Ist Vertrauen ein Risiko oder Lebensnotwendig?
Auf verschiedene Art und Weise ist mir in letzter Zeit das Thema Vetrauen, Urvertrauen ins Leben und Selbstvertrauen begegnet. Meist auch in Kombination mit Enttäuschung und Verletzt werden… Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Was bedeutet denn „Vertrauen“?
So habe ich vor kurzem mal das Wort „Vertrauen“ gegoogelt. Folgende Definition habe ich erhalten:
„Der Glaube daran, dass man sich auf jemanden oder etwas verlassen kann, da man eine Zuverlässigkeit, Fähigkeit und/oder Ehrlichkeit erwartet. Es ist eine grundlegende Voraussetzung für Beziehungen, Zusammenarbeit und das Bewältigen von Risiken in vielen Lebensbereichen. Vertrauen wird durch Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und gemeinsame Erfahrungen aufgebaut und kann sich auch auf das eigene Selbstvertrauen beziehen. „
Ein Wort, das gleichzeitig warm und gefährlich klingt. Die meisten von uns wünschen sich Vertrauen, doch genauso fürchten wir es. Denn Vertrauen bedeutet Risiko. Und Risiko bedeutet: Man könnte verletzt werden.
Aber lass uns ehrlich sein:
Der wirkliche Schmerz kommt selten durch das Vertrauen selbst.
Er entsteht, wenn wir festhalten – an Menschen, Situationen, Erwartungen, Mustern oder Illusionen, die uns nicht guttun.
Festhalten schmerzt, nicht Loslassen
Wir alle kennen diese Momente:
Jemand verhält sich anders, als wir es erwartet haben. Ein Mensch, dem wir Nähe entgegengebracht haben, stößt uns plötzlich vor den Kopf. Jemand reagiert kühl, hart oder unverständlich – und wir wissen nicht, ob wir weinen oder einfach nur die Stirn runzeln sollen.
Oft trifft uns nicht nur die Handlung selbst, sondern das Bild, das wir von dieser Person oder Situation hatten – und das nun zusammenbricht.
Das ist die Ent-Täuschung:
Die Täuschung geht. Die Wahrheit kommt.
Und ja, manchmal möchte man die Täuschung lieber behalten, weil sie bequemer war.
Aber:
Wer an Illusionen festhält, hält gleichzeitig sich selbst zurück.
Vertrauen ist kein Zeichen von Naivität – sondern von innerer Stärke
Misstrauen, Mauern, Rückzug – das klingt oft nach klugem Selbstschutz.
Doch in Wahrheit machen Mauern uns kleiner, enger, starrer.
Sie halten zwar vermeintlich Schmerz fern, aber genauso halten sie Freude, Nähe und echte Verbindung ab.
Vertrauen dagegen öffnet.
Vertrauen vergrößert das Leben.
Nicht, weil wir blind alles hinnehmen sollen – sondern weil wir bereit sind, uns selbst treu zu bleiben und den Dingen zu begegnen, wie sie wirklich sind.
Die drei Fragen
Wenn wir in Situationen geraten, die wehtun oder irritieren, lohnt es sich, kurz innezuhalten und diese drei Fragen zu stellen:
- Was ist mein Anteil daran?
Nicht als Selbstvorwurf, sondern als ehrliche Reflexion:
Habe ich etwas übersehen? Habe ich Erwartungen projiziert? - Was hat gerade nichts mit mir zu tun?
Nicht alles hat etwas mit mir zu tun. War ich nur im falschen Moment am falschen Ort? Diene ich gerade als Blitzableiter? - Was kann ich aus dieser Situation lernen?
Jede Enttäuschung ist ein Kompass. WOZU statt Warum.
Sie zeigt nicht nur, wer jemand wirklich ist, sondern auch, wer wir sein wollen. Was unsere Werte sind.
Loslassen heißt nicht verlieren – sondern sich befreien
Wenn wir lernen, Situationen so anzunehmen, wie sie sind, anstatt wie wir sie gerne hätten, entsteht etwas Wunderbares: Gelassenheit.
Manchmal müssen wir Menschen ziehen lassen, Erwartungen ablegen oder Vorstellungen über uns selbst und unsere Lieben hinterfragen. Oder eine neue Entscheidung treffen, einen neuen Weg einschlagen. Das ist kein Zusammenbruch – das ist Wachstum.
Und genau hier beginnt Vertrauen:
Nicht nur in andere, sondern vor allem in uns selbst. SELBSTVERTRAUEN. Ich vertraue mir, meinem Gefühl, meiner Intuition.
Vertrauen in die eigene Stärke
Wenn wir uns selbst zutrauen, dass wir auch schmerzhafte Momente überstehen …
wenn wir wissen, dass wir uns selbst nicht verlieren, egal wen oder was wir loslassen …
dann wird Vertrauen plötzlich leichter.
Wir können offen sein, ohne naiv zu sein.
Wir können mutig sein, ohne blind zu vertrauen.
Wir können tief fühlen, ohne uns zu verlieren.
Zum Schluss
Der Schmerz entsteht nicht, wenn wir jemandem oder auch uns selbst vertrauen.
Er entsteht, wenn wir gegen die Realität ankämpfen, statt sie anzunehmen. In den Widerstand gehen.
Wenn wir Menschen idealisieren, Situationen schönreden oder auf Antworten warten, die nie kommen.
Wenn wir lernen, loszulassen, zu akzeptieren was ist und weitergehen, im Wissen dass am Ende alles einen Sinn hat und gut wird, dann entsteht etwas Wundervolles:
Innere Ruhe.
Innere Stärke.
Inneres Vertrauen.
Und genau dieses Vertrauen trägt uns durch die Höhen und Tiefen des Lebens – sicherer, als jede Mauer es je könnte.
Energiearbeit löst Blockaden und bringt Bewegung rein, Numerologie stärkt das Selbstvertrauen